Wurzeln

Scott Lawton

Richtig amerikanisch waren die musikalischen Einflüsse bei uns zuhause in New Castle: auf dem Klavier im Esszimmer stapelten sich Songbooks aus neueren Broadway-Musicals, den kompletten "Scribner's Radio Library" sowie auch Alben mit Werken von Gershwin, Bernstein, Richard Rodgers und Irving Berlin. Neben dem Hi-fi gab es Schallplattensammlungen wie das Reader's Digest "Festival of Light Classical Music". Klavierstunden fingen für meine Schwester und mich mit sieben Jahren an, es wurde im Kirchenchor gesungen.

Gewisse Schallplatten wurden bald durch Wiederholungen abgenutzt und unspielbar -- die Original-Castalben von "Gypsy" und "Company" gingen als erste ein. Stephen Sondheims brillante Musicals aus den frühen 70er Jahren waren eine echte Offenbarung und sie prägten stark meine Erwartungen vom Musiktheater. Als Teenager strebte ich an, eine Laufbahn als Komponist für Orchester- und Bühnenwerke einzuschlagen. Mut und erstes handwerkwerkliches Geschick in diesen Richtungen bekam ich durch Sommerkurse am Berklee College of Music in Boston.

Berklee ist nach wie vor eine der wichstigsten Ausbildungsstätten in den USA für Jazz und kommerzielle Musik, auch für Filmmusik. Das "Handwerk", was dort gelehrt wird, ist äusserst pragmatisch konzipiert und sehr stark an den Erfordernisse der "Music Business" angelehnt. Für mich war es das Richtige zum richtigen Zeitpunkt.

Zurück in New Castle bekam ich viele Gelegenheiten in der Schule, originelle Songs und Big-Band Arrangements auszuprobieren.

Da es in New Castle kein Orchester gab und live klassische Musik eine Randerscheinung war, fing ich an, mich intensiv mit Improvisation am Klavier und an der Posaune zu beschäftigen.